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Glühweingewürz im Büro: vier Donnerstage mit zwei Töpfen

Am Donnerstag vor dem ersten Advent steht um 15:20 Uhr ein Topf auf der Platte der Teeküche, um 15:40 Uhr stehen zwölf Leute davor. Acht halten ein Glas mit dampfendem Rot in der Hand, vier halten ein Wasserglas, weil sie um fünf noch fahren. Frau Kessler aus dem Einkauf sieht die vier Wassergläser und sagt: „Nächste Woche zwei Töpfe.“

Im Topf zieht ein Sud aus Glühweingewürz in 0,7 Litern Rotwein. Derselbe Sud zieht eine Woche später in einem zweiten Topf mit Apfelsaft, und von da an hat in dieser Teeküche niemand mehr ein Wasserglas in der Hand.

07.09.202612 Min. Lesezeit

Vier Kolleginnen und Kollegen stehen an der Theke einer adventlich geschmückten Büroküche und halten Glastassen mit dampfendem rotem Punsch; auf der Arbeitsplatte stehen ein Edelstahltopf, eine Glasschale mit Glühweingewürz und ein Brett mit Zimtstangen und getrockneten Orangenscheiben.KI generiert

Donnerstag, 16:10 Uhr: Der Saft-Topf ist leer, der Wein-Topf halb voll.

Die Personen in diesem Beitrag sind erfunden. Die Ware, die Zutaten, die Zubereitung und die Vorschriften sind die, die auf unseren Beuteln stehen.

Der erste Donnerstag: ein Topf und vier Wassergläser

Der Beutel liegt seit Mitte November in der Schublade unter der Kaffeemaschine, 60 Gramm Glühweingewürz in Kraftpapier. Frau Kessler reißt ihn um 15:05 Uhr auf, misst vier Teelöffel ab und kocht sie in einer Tasse Wasser zehn Minuten aus. Der Sud kommt zu 0,7 Litern Rotwein in den Topf, die Platte steht auf Stufe drei, der Topf wird warm, ohne zu kochen.

Um 15:20 Uhr riecht der Flur nach Nelke und Orange, um 15:30 Uhr steht die erste Kollegin in der Küchentür. Um 15:40 Uhr sind es zwölf, darunter Herr Brandt aus dem Vertrieb, der um fünf zu einem Kunden nach Braunschweig fährt, und drei aus der Buchhaltung, die mit dem Auto gekommen sind. Die vier bekommen Wasser, weil es nichts anderes gibt.

Herr Brandt trinkt sein Wasser im Stehen, lobt den Geruch und geht nach acht Minuten zurück an den Schreibtisch. Frau Kessler sieht ihm nach, dann sieht sie den halb vollen Topf. Sie schreibt an diesem Abend die Mail für den nächsten Donnerstag, und in der ersten Zeile steht das Wort Apfelsaft.

Bürotassen, Gläser und ein Sternanis

Am ersten Donnerstag gibt es keine Gläser, und die Runde trinkt aus den weißen Bürotassen mit dem Firmenlogo, die seit Jahren im Schrank stehen. In der weißen Tasse ist von dem Rot nichts zu sehen, nur der Dampf. Frau Kessler kauft am Freitag zwölf hitzefeste Gläser mit Henkel, aus dem eigenen Budget, wie sie dem Auszubildenden sagt.

Ab dem zweiten Donnerstag stehen die Gläser auf der Theke, daneben ein Teller mit Orangenscheiben, eine Schale mit Sternanis zum Auflegen. Die Orangenscheibe gibt dem ersten Schluck die Bitterkeit der Schale mit, der Sternanis schwimmt oben und riecht nach Lakritz, bevor das Glas am Mund ist. Der Auszubildende legt in jedes Glas eine Scheibe und einen Stern, in derselben Reihenfolge, zwölfmal.

Stufe drei und der Grund dafür

Die Platte steht an allen vier Donnerstagen auf Stufe drei, weil der Topf mit Wein warm werden soll, ohne zu kochen. Ethanol siedet nach dem Chemistry WebBook des amerikanischen Normungsinstituts NIST bei 351,5 Kelvin, das sind 78,35 Grad Celsius, ein kochender Topf treibt ihn also vor dem Wasser aus. Beim Saft-Topf entfällt dieser Grund, die Stufe bleibt trotzdem.

In unseren eigenen Aufgüssen wird ein Sud aus Nelke und Zimt, der zwanzig Minuten sprudelnd kocht, herb und kratzig am Gaumen, weil die Gerbstoffe der Gewürze mit der Zeit in Lösung gehen. Zehn Minuten Auskochen für den Sud reichen, danach zieht er in Wein oder Saft nur noch warm. Der Auszubildende dreht am dritten Donnerstag einmal auf Stufe sechs, weil es ihm zu langsam geht, und Frau Kessler dreht zurück.

Acht Zutaten im Beutel

Der Beutel trägt seine Zutatenliste auf der Rückseite: Apfelstücke, Orangenschalen, Zimtstangen, Sternanis mit einem Anteil von 10 Prozent, Gewürznelken, Orangenecken, Piment, natürliches Anis-Aroma. Die Apfelstücke stehen vorn, weil sie am meisten wiegen, der Sternanis steht mit seiner Prozentzahl da, weil er den Geschmack trägt. Nichts davon ist gemahlen.

In der Schale, in die Frau Kessler den Rest des Beutels schüttet, liegen die Zimtstangen als gerollte Rinde, der Sternanis als achtzackiger Stern, die Nelken als dunkle Stifte mit rundem Kopf. Piment liegt als braune Kugel dazwischen, im Handel heißt die Beere auch Nelkenpfeffer, weil sie nach Nelke, Zimt und Muskat zugleich riecht. Die Orangenschalen sind in Streifen geschnitten, die Apfelstücke in Würfel von der Größe eines Fingernagels.

Ganze Gewürze geben ihr Aroma langsam an heißes Wasser ab, deshalb wird der Beutel ausgekocht wie ein Tee, und der Sud wird abgegossen, bevor der Wein dazukommt. Ein gemahlenes Gewürz bliebe als Satz im Glas. Am Boden des Topfes liegt nach dem Abgießen ein Sternanis, den Frau Kessler mit dem Löffel herausholt und in das erste Glas legt.

Der zweite Donnerstag: derselbe Sud, zwei Flüssigkeiten

Am zweiten Donnerstag stehen zwei Töpfe auf der Platte, beide auf Stufe drei. Der Sud ist derselbe, aus demselben Beutel, mit denselben vier Teelöffeln je Ansatz. Im linken Topf zieht er in 0,7 Litern Rotwein, im rechten in 0,7 Litern Apfelsaft, an dessen Griff ein Zettel mit dem Wort Punsch hängt.

Um 15:40 Uhr stehen wieder zwölf Leute davor, diesmal ohne Wasserglas. Herr Brandt nimmt aus dem rechten Topf, die drei aus der Buchhaltung ebenfalls, und in ihren Gläsern schwimmt dieselbe Orangenscheibe wie in den anderen acht. Die Farbe ist bei beiden Töpfen dasselbe dunkle Rot, der Dampf steigt aus beiden gleich, am Glas ist kein Unterschied zu sehen.

Der rechte Topf ist um 16:10 Uhr leer, der linke halb voll. Frau Kessler notiert das auf dem Beutel, weil sie für den dritten Donnerstag anders einteilen will: zwölf Leute mit einer Tasse zu 200 Millilitern brauchen 2,4 Liter, das sind drei bis vier Ansätze zu 0,7 Litern, also zwölf bis zwanzig Teelöffel Gewürz je Donnerstag.

Der Auszubildende, der im September angefangen hat, wäscht die Gläser und stellt die Frage, warum auf dem Zettel Punsch steht und nicht Glühwein. Frau Kessler antwortet ihm am Freitag, und die Antwort geht in Kopie an Herrn Brandt.

Am zweiten Donnerstag steht auch Frau Aydin aus dem Nebenflur an der Theke, die im Oktober angefangen hat. Sie war am ersten Donnerstag nicht gekommen, weil sie um fünf fährt und nicht mit einem Wasserglas neben den anderen stehen wollte. Die Mail mit dem Wort Apfelsaft in der ersten Zeile hat sie zweimal gelesen, dann hat sie den Termin in den Kalender gesetzt.

Sie bleibt zwanzig Minuten, spricht mit Herrn Brandt über Braunschweig und mit dem Auszubildenden über die Gläser. Am dritten Donnerstag bringt sie eine Dose mit selbst gebackenen Zimtsternen mit, die um 16:05 Uhr leer ist, fünf Minuten vor dem rechten Topf.

Die Mail mit dem Wort Apfelsaft

Die Mail, die Frau Kessler seit dem ersten Donnerstag jede Woche am Mittwoch um 9:00 Uhr verschickt, hat vier Zeilen, und die vier Zeilen lauten „Donnerstag, 15:40 Uhr, Teeküche; Topf links Rotwein; Topf rechts Apfelsaft, ohne zugesetzten Alkohol; der Beutel mit der Zutatenliste liegt daneben, für alle, die eine Zutat meiden“. Mehr steht in der Mail nicht, weder ein Gruß noch ein Anhang.

Die vierte Zeile hat sie nach dem zweiten Donnerstag dazugeschrieben, weil zwei Kollegen an der Theke den Beutel umgedreht und die Rückseite gelesen hatten, ohne etwas zu sagen. Seitdem liegt der Beutel mit der Zutatenliste nach oben neben dem rechten Topf. In den Jahren danach ändert sich die Mail an einer einzigen Stelle: aus zwölf Leuten werden achtzehn, aus einem Ansatz je Topf werden zwei.

Herr Brandt und das Wort Glühwein

Die Frage des Auszubildenden wird am Freitag zum Streit, weil Herr Brandt den rechten Topf auf dem Zettel gern „Glühwein ohne Alkohol“ nennen würde. Frau Kessler schickt ihm um 9:15 Uhr den Link auf die Verordnung (EU) 251/2014 über aromatisierte Weinerzeugnisse. Dort ist Glühwein ein geschützter Begriff für ein Getränk aus Rot-, Weiß- oder Roséwein, gewürzt mit Zimt oder Nelken, mit mindestens 7 Volumenprozent Alkohol.

Ein Topf mit Apfelsaft erfüllt keine dieser drei Bedingungen, so sehr er auch nach Glühwein riecht. Herr Brandt antwortet um 9:41 Uhr mit einem Wort, es lautet „meinetwegen“, und der Zettel bleibt, wie er ist.

Auf dem Zettel steht seit diesem Freitag noch ein Zusatz: „ohne zugesetzten Alkohol“. Der Zusatz ist genauer als „alkoholfrei“, weil die Leitsätze für Fruchtsaft in jedem Saft bis zu 3,0 Gramm Alkohol je Liter aus natürlicher Gärung zulassen, das sind knapp 0,4 Volumenprozent. Frau Kessler hat den Zettel so beschriftet, nachdem sie das gelesen hatte, und seither fragt niemand mehr nach.

Der dritte Donnerstag: die Kanne im Besprechungsraum

Am dritten Donnerstag sitzt um 16:00 Uhr ein Kunde im Besprechungsraum, die Küche mit den zwei Töpfen liegt am anderen Ende des Flurs. Frau Kessler stellt statt eines Topfes eine Glaskanne auf den Tisch, darin zieht der Glühpunsch Tee, eine Früchteteemischung aus Apfel, Hibiskus, Brombeerblättern, Zimt, Sternanis, Roter Bete, Kardamom, Orangenschale und Nelke.

Der Früchtetee wird mit kochendem Wasser aufgegossen, 3 bis 3,5 Gramm auf 200 Milliliter, und zieht acht bis zehn Minuten. Er braucht weder Herd noch Sud noch Zettel, weil in ihm von vornherein kein Wein ist.

In der Kanne sinkt die Farbe aus dem Hibiskus in Schlieren nach unten, nach vier Minuten ist das Wasser dunkelrot, nach acht Minuten hat es dieselbe Farbe wie der Topf in der Küche. Der Kunde fragt beim zweiten Glas, was das ist. Frau Kessler dreht die Kanne so, dass er die Fruchtstücke am Boden sieht.

Die Süße in der Kanne stammt aus den Apfelstücken, die Säure aus dem Hibiskus, Honig steht daneben für die, die es süßer wollen. Der Kunde nimmt am Ende der Besprechung den Rest der Kanne mit ins Auto, in einem Becher aus der Küche, und Frau Kessler schreibt sich auf, dass der Becher zurückkommen soll.

Der vierte Donnerstag: die Dose auf dem Schreibtisch

Am vierten Donnerstag ist der Beutel leer, und auf dem Schreibtisch von Herrn Brandt steht eine Stülpdeckeldose aus Weißblech mit 150 Gramm Glühweingewürz, auf der Vorderseite das Logo des Betriebs, auf der Rückseite die Zutatenliste. Herr Brandt hat 96 Kunden, denen er jedes Jahr im Dezember eine Flasche Wein schickt. In diesem Jahr bekommen sie die Dose, mit einer Karte, auf der die Zubereitung für den Saft-Topf steht.

Die Idee stammt aus dem rechten Topf ohne Alkohol. Von den 96 Kunden fahren nach dem Termin fast alle weiter, eine Flasche Wein steht bei ihnen im Regal, bis jemand sie öffnet, der nicht fährt. Die Dose steht nach dem Leeren als Vorratsdose in der Küche des Kunden, mit dem Logo nach vorn, der Deckel geht ohne Werkzeug auf.

Am 22. Dezember ruft der Kunde aus Braunschweig bei Herrn Brandt an, fragt nach dem Namen der Mischung und bestellt nichts, weil er nur wissen will, wie man den Sud ansetzt. Herr Brandt liest ihm die Zeile von der Karte vor, vier Teelöffel, zehn Minuten, 0,7 Liter. Es ist das erste Gespräch mit diesem Kunden in diesem Jahr, in dem kein Liefertermin vorkommt.

Für die Weihnachtskarte selbst gibt es das Tee-Briefchen mit 5 Gramm, das in einen Umschlag im Format C6 passt und für ein Glas reicht. Das Reagenzglas mit bis zu 8 Gramm ist 10 Zentimeter lang und aus Glas, es liegt am vierten Donnerstag als Beilage in den Päckchen für die zwölf aus der Teeküche.

Der Auszubildende hat die Päckchen gepackt, mit je einem Reagenzglas und einer Orangenscheibe, die bis Weihnachten getrocknet ist. Frau Aydin bekommt zwei, weil sie am dritten Donnerstag die Zimtsterne mitgebracht hat.

Um 15:40 Uhr steht Herr Brandt am vierten Donnerstag selbst an der Kelle, mit dem rechten Topf vor sich, weil er um fünf wieder nach Braunschweig fährt. Er füllt zwölf Gläser, legt zwölf Orangenscheiben auf und vergisst bei drei Gläsern den Sternanis, den der Auszubildende nachlegt.

Um 16:10 Uhr ist der rechte Topf wieder als Erster leer. Frau Kessler kratzt den letzten Sternanis vom Boden des linken Topfes, legt ihn in ihr eigenes Glas und schreibt auf den leeren Beutel, dass sie im nächsten Jahr den Beutel mit 150 Gramm bestellt.

Zwei Wege für die eigene Teeküche

Am dreiundzwanzigsten Dezember räumt Frau Kessler die Teeküche auf und findet beides nebeneinander im Schrank. Der leere Beutel mit 60 Gramm Glühweingewürz, dessen Sud an vier Donnerstagen in Rotwein und in Apfelsaft gezogen hat, liegt neben der Glaskanne, in der am dritten Donnerstag der Glühpunsch Tee ohne Herd im Besprechungsraum stand.

Den Beutel faltet sie zusammen und legt ihn zurück in die Schublade unter der Kaffeemaschine, mit der Notiz vom vierten Donnerstag nach oben. Die Kanne stellt sie in den Besprechungsraum, weil der Kunde aus Braunschweig im Januar wiederkommt. Der Becher aus seinem Auto ist am zwanzigsten Dezember mit der Post zurückgekommen.

Beide stehen bei uns in der Kategorie Glühweingewürz, neben ihnen die Weihnachtstees mit Bratapfel oder gebrannter Mandel für die, die es ohne Nelke wollen. Für die erste Runde in Ihrer eigenen Teeküche reichen ein Beutel mit 60 Gramm Glühweingewürz, ein Topf und eine Herdplatte auf kleiner Stufe, damit der Wein warm wird, ohne zu kochen.

Wenn Sie in diesem Advent einen Punsch in Ihre Teeküche stellen wollen, bestellen Sie dafür in unserem Shop einen Beutel Glühweingewürz mit 60 Gramm. Kochen Sie vier Teelöffel davon zehn Minuten in Wasser aus, füllen Sie den Sud mit 0,7 Litern Rotwein oder Apfelsaft auf und lassen Sie den Topf auf kleiner Stufe warm werden.

Wenn Sie Ihren Kunden in diesem Jahr statt einer Flasche Wein etwas schicken wollen, bestellen Sie dieselbe Mischung in der Dose mit 150 Gramm, mit Ihrem Logo auf der Vorderseite. Für beides erreichen Sie uns über die Kontaktdaten im Kasten darunter.

Quellen

  1. YuboFiT: Zutatenverzeichnis, Zubereitung und Füllmengen der Artikel ITE89063 (Glühweingewürz) und HLS149718 (Glühpunsch Tee), Stand September 2026, aus den Artikelseiten des Shops.
  2. Verordnung (EU) Nr. 251/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Februar 2014 über die Begriffsbestimmung, Beschreibung, Aufmachung und Etikettierung von aromatisierten Weinerzeugnissen, Anhang II Teil B Nummer 8 „Glühwein“. ABl. L 84 vom 20.3.2014, S. 14. EUR-Lex, Anhang II auch bei gesetze.legal.
  3. National Institute of Standards and Technology: NIST Chemistry WebBook, Ethanol, Phase change data, Siedepunkt 351,5 Kelvin. webbook.nist.gov.
  4. Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission: Leitsätze für Fruchtsaft und Fruchtnektar, Neufassung vom 13.01.2023 (BAnz AT 28.02.2023 B2), Abschnitt zum Alkoholgehalt, 3,0 g/l. PDF beim BMLEH.
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