Wie lasse ich meinen eigenen Tee produzieren?
Sie liefern die Idee, die Manufaktur liefert Ware, Abfüllung und Kennzeichnung. Dazwischen liegen fünf Schritte: Rezeptur festlegen, Muster prüfen, Verpackung wählen, Etikett anlegen, Charge produzieren. Der Aufwand auf Ihrer Seite ist kleiner, als die meisten erwarten, weil der lebensmittelrechtliche Teil beim Hersteller liegt.
Die fünf Schritte im Überblick
- Rezeptur: Entweder Sie wählen eine bestehende Mischung aus dem Sortiment, oder Sie lassen eine eigene entwickeln. Bei einer Eigenrezeptur legen Sie Geschmacksrichtung und gewünschte Zutaten fest, die Manufaktur setzt sie um.
- Muster: Vor der Produktion geht ein Muster an Sie. Erst wenn Sie freigeben, läuft die Charge.
- Verpackung: Beutel, Dose, Glas, Faltschachtel oder Briefchen. Die Wahl entscheidet über Optik, Haltbarkeit im Regal und Versandfähigkeit.
- Etikett: Ihr Motiv kommt auf die Werbefläche, die Pflichtangaben setzt die Manufaktur.
- Produktion: Abfüllung, Etikettierung, Verpackung, Versand an Sie oder direkt an Ihren Empfänger.
Zwischen Anfrage und fertiger Ware liegen je nach Rezeptur, Verpackung und Auslastung typischerweise einige Wochen. Für eine Aktion mit festem Termin sollten Sie den Vorlauf früh abstimmen.
Wer wofür haftet
Diese Frage entscheidet mehr als jede andere, wie viel Arbeit bei Ihnen bleibt. Wer ein Lebensmittel unter eigenem Namen in Verkehr bringt, gilt als Lebensmittelunternehmer und trägt Verantwortung für Kennzeichnung und Verkehrsfähigkeit.
In der Praxis lässt sich das aufteilen. Steht die Manufaktur als Hersteller auf dem Etikett, liegt die lebensmittelrechtliche Last dort. Wollen Sie selbst als Hersteller genannt werden, brauchen Sie bei Bio-Ware eine eigene Bio-Zertifizierung. Eine dritte Möglichkeit ist die Formulierung „Hergestellt für“ mit Ihrem Firmennamen und der Manufaktur als Hersteller darunter.
Welche Variante zu Ihnen passt, klären Sie am besten vor der Rezeptur, nicht danach. Sie beeinflusst, was auf dem Etikett steht und welche Nachweise Sie führen müssen.
Was Sie vor der ersten Anfrage klären sollten
- Wofür der Tee gedacht ist: Wiederverkauf im eigenen Sortiment, Firmenpräsent, Messe-Giveaway oder Gastronomie. Davon hängt die Verpackung ab.
- Ob es Bio sein soll: Bio-Ware verlangt eine durchgehende Zertifizierungskette und ändert die Angaben auf dem Etikett.
- Ob Sie ein fertiges Design haben oder Unterstützung brauchen.
- Bis wann die Ware da sein muss.
- Ob die Mischung dauerhaft nachbestellbar sein soll oder eine einmalige Aktion ist.
Je genauer diese fünf Punkte stehen, desto schneller kommt eine belastbare Antwort zurück. Wer nur schreibt „Ich hätte gern eigenen Tee“, bekommt zuerst Rückfragen.
Was die Manufaktur übernimmt
Rohware, Mischung, Abfüllung, Etikettendruck, Kennzeichnung nach Lebensmittelrecht und, falls gewünscht, den Versand. Für die Pflichtangaben heißt das konkret: Zutatenverzeichnis, Allergene, Füllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Losangabe und Herstelleranschrift werden gesetzt und geprüft, bevor gedruckt wird.
Ihre Aufgabe bleibt das, was Ihr Produkt ausmacht: Geschmack, Name, Gestaltung und der Weg zum Kunden.
Ehrlich gesagt: der Fehler passiert am Anfang
Die meisten Projekte verzögern sich nicht in der Produktion, sondern davor. Häufigste Ursache sind Druckdaten, die in der falschen Größe oder im falschen Farbraum ankommen, und Rezepturwünsche, die sich erst beim Muster als etwas anderes herausstellen als gedacht. Beides lässt sich vermeiden, wenn Sie das Etikettformat vor dem Gestalten erfragen und das Muster wirklich verkosten, statt es nur anzusehen.
Weiterführende Bereiche
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