Was ist Functional Tea eigentlich?
Functional Tea ist ein Marketingbegriff, keine rechtlich geschützte Kategorie. Gemeint sind Mischungen, die für einen bestimmten Anlass zusammengestellt sind, etwa für den Morgen, den Abend oder nach dem Sport. Wichtig für Sie als Anbieter: Der Begriff selbst ist zulässig, die Versprechen, die oft mitgeliefert werden, sind es meist nicht.
Was der Begriff bezeichnet
Im Kern geht es um Mischungen, deren Zusammenstellung einem Anlass folgt statt einer Geschmacksrichtung. Ein klassischer Früchtetee wird nach Geschmack komponiert, eine funktionale Mischung nach Verwendungszweck.
Typische Bausteine sind Kräuter wie Melisse, Brennnessel oder Ingwer, dazu Früchte, Gewürze und gelegentlich koffeinhaltige Zutaten wie Mate oder Grüntee. Die Mischungen tragen meist sprechende Namen, die den Anlass benennen.
Rechtlich ist das ein gewöhnlicher Kräuter- oder Früchtetee. Es gibt keine Verordnung, die festlegt, was ein Tee enthalten muss, um sich funktional nennen zu dürfen.
Wo die rechtliche Grenze verläuft
Genau hier wird es für Wiederverkäufer heikel. Der Name einer Mischung darf einen Anlass benennen. Sobald er oder der begleitende Text eine Wirkung auf die Gesundheit behauptet, greift das europäische Recht für gesundheitsbezogene Angaben.
Aussagen wie „stärkt die Abwehrkräfte“, „fördert die Verdauung“ oder „hilft beim Einschlafen“ sind nur zulässig, wenn sie für den konkreten Stoff zugelassen sind. Für die meisten Kräuter ist das nicht der Fall, weil die Bewertung der pflanzlichen Stoffe auf europäischer Ebene bis heute nicht abgeschlossen ist.
Für Ihr eigenes Produkt heißt das: Beschreiben Sie Zusammensetzung, Geschmack und Anlass. Vermeiden Sie jede Formulierung, die eine körperliche Wirkung zusagt. Das gilt auch für Bilder und für Namen, die eine Wirkung nahelegen.
Was eine funktionale Mischung praktisch ausmacht
- Der Anlass steht am Anfang, nicht die Zutat. Erst der Einsatz, dann die Rezeptur.
- Die Zutaten müssen sich im Aufguss vertragen. Kräftige Kräuter überdecken feine Fruchtnoten.
- Die Zubereitung muss zum Anlass passen. Was fünf Minuten kochen muss, wird im Büroalltag nicht getrunken.
- Die Mischung muss reproduzierbar sein. Eine Rezeptur, die sich bei jeder Nachbestellung anders zusammensetzt, taugt nicht für ein Sortiment.
Der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Kräuter schwanken je nach Ernte in Farbe und Intensität; eine Mischung gleich zu halten, ist Handwerk.
Eigene Mischungen bei YuboFiT
Im Sortiment stehen Kräuter- und Früchtetees als fertige Mischungen und als lose Einzelkomponenten. Für eigene Rezepturen entwickelt die Manufaktur die Mischung, stellt ein Muster bereit und hält sie bei Nachbestellungen gleich.
Die Kennzeichnung wird dabei mitgedacht: Das Zutatenverzeichnis nennt die tatsächlich verwendeten Bestandteile in absteigender Reihenfolge, und Zutaten mit Allergenbezug werden hervorgehoben.
Ehrlich gesagt: der Name entscheidet über die Abmahnung
Wir sehen regelmäßig Produktnamen, die für sich genommen harmlos klingen und trotzdem als gesundheitsbezogene Angabe gelten, weil sie eine Wirkung nahelegen. Die Grenze verläuft nicht beim Wort, sondern beim Eindruck, den der Gesamtauftritt erweckt. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie Name und Beschreibung vor dem Druck prüfen. Das kostet weniger als eine Umetikettierung.
Weiterführende Bereiche
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