Wie viel Koffein hat Tee im Vergleich zu Kaffee?
Eine Tasse schwarzer Tee bringt etwa halb so viel Koffein mit wie eine Tasse Filterkaffee, grüner Tee noch einmal deutlich weniger. Das klingt widersprüchlich, denn das getrocknete Teeblatt enthält anteilig mehr Koffein als die Kaffeebohne. Den Unterschied macht die Zubereitung: Für eine Tasse Tee braucht es nur wenige Gramm Blatt und viel Wasser, für eine Tasse Kaffee ein Mehrfaches an gemahlener Bohne.
Die Werte je Portion
Das Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlicht Näherungswerte für übliche Portionen. Sie beruhen auf einer Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und gelten ausdrücklich als Richtgrößen, weil der tatsächliche Gehalt von Sorte und Zubereitung abhängt.
| Getränk oder Lebensmittel | Portion | Koffein, Näherungswert |
|---|---|---|
| Grüner Tee | Tasse mit 200 ml | 30 mg |
| Schwarzer Tee | Tasse mit 200 ml | 45 mg |
| Filterkaffee | Tasse mit 200 ml | 90 mg |
| Espresso | Tasse mit 60 ml | 80 mg |
| Kakao-Getränk | Tasse mit 200 ml | 8 bis 35 mg |
| Zartbitterschokolade | 50 g | 25 mg |
Früchtetee und Kräutertee fehlen in dieser Liste mit gutem Grund: Sie enthalten keine Blätter des Teestrauchs und damit kein Koffein. Warum das so ist, erklärt die Seite Ist Früchtetee von Natur aus koffeinfrei?. Mate dagegen trägt Koffein, steht aber in keiner amtlichen Tabelle; die Einordnung dazu steht auf der Seite Hat Mate-Tee Koffein?
Warum das Blatt mehr enthält als die Tasse
Nach Angaben der Grünen Schule der TU Braunschweig liegt der Koffeinanteil im Teeblatt bei etwa einem bis fünf Prozent, in der Kaffeebohne bei rund einem Prozent. Dass die Tasse Tee am Ende trotzdem schwächer ausfällt, hat zwei Ursachen. Erstens wird Tee mit deutlich mehr Wasser je Gramm aufgegossen. Zweitens geht beim Aufguss nicht alles Koffein aus dem Blatt ins Wasser über, sondern nur der Teil, den Wassertemperatur und Ziehzeit herauslösen.
Daraus folgt für die Praxis: Ein kräftig dosierter, lange gezogener Schwarztee kann mehr Koffein enthalten als ein dünn aufgegossener, und ein mit kochendem Wasser bereiteter Grüntee mehr als derselbe Tee bei niedriger Temperatur. Koffein löst sich früh im Aufguss, die Gerbstoffe folgen später. Deshalb schmeckt ein kurz gezogener Tee milder, ein lang gezogener herber, während der Koffeingehalt zwischen beiden weniger stark auseinanderliegt, als die Farbe vermuten lässt. Mehr dazu auf der Seite Wie lange muss grüner Tee ziehen?
Woher das Koffein im Blatt stammt
Der Teestrauch bildet Koffein nicht für den Menschen, sondern als Abwehrstoff gegen Fraßfeinde. Dasselbe gilt für die Kaffeepflanze und den Kakaobaum. Die Hintergründe und die Frage, seit wann Menschen koffeinhaltige Aufgüsse trinken, behandelt der Beitrag Warum produzieren Pflanzen Koffein?
Was Abfüller und Wiederverkäufer kennzeichnen müssen
Für loses Blattgut, das der Kunde selbst aufgießt, gibt es keine Koffein-Kennzeichnungspflicht. Anders bei fertigen Getränken: Enthält ein Getränk mehr als 150 Milligramm Koffein je Liter, verlangt die Lebensmittel-Informationsverordnung den Hinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ samt Angabe des Gehalts. Ausgenommen sind Getränke auf Kaffee- oder Teebasis, in deren Bezeichnung das Wort Kaffee oder Tee vorkommt. Wer also einen Eistee auf Schwarzteebasis abfüllt und ihn als Tee bezeichnet, fällt unter die Ausnahme; wer ein Getränk mit zugesetztem Koffein in Verkehr bringt, nicht. Welche Angaben ein Teeetikett sonst tragen muss, steht auf der Seite Welche Pflichtangaben müssen auf ein Private-Label-Tee-Etikett?
Was das für die Sortimentsplanung heißt
Für Teeküche, Gastronomie und Wiederverkauf ist der Koffeingehalt ein Sortierkriterium wie Geschmack und Herkunft. Ein Betrieb, der den ganzen Tag Tee anbietet, kombiniert sinnvoll: Schwarze Tees für den Morgen, Grüne Tees für den Nachmittag, Früchtetee und Kräutertee für den Abend. Für ein Private-Label-Sortiment lohnt eine Mischung aus beidem, damit der Endkunde zu jeder Tageszeit eine Sorte findet. Im YuboFiT-Sortiment steht bei jeder Sorte die Zubereitungsangabe; sie ist die beste Stellschraube für die Stärke in der Tasse.
Weiterführende Bereiche
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung, Fragen und Antworten zu Koffein und koffeinhaltigen Lebensmitteln, Stand 5. Januar 2026
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Themenseite Koffein, Stellungnahme von 2015
- Grüne Schule Braunschweig, TU Braunschweig, Infoheft Tee, Januar 2022
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang III Nummer 4, Getränke mit hohem Koffeingehalt
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